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Ölwechsel selbst gemacht
Autor: Peter Eckert

Nach 5.000 bis 6.000 km Laufleistung oder nach einer Betriebszeit von ca. einem Jahr lassen die Schmierfähigkeit und die Additive bei einem Motorrad Motorenöl merklich nach.
Jetzt wird es höchste Zeit für einen Ölwechsel. Wie man den fachgerecht durchführt werde ich im folgenden näher erläutern.
 
1. Vorbereitung
 
Vor jedem Ölwechsel sollte der Motor warm gefahren werden (nicht heiß). Das erhöht die Fließfähigkeit des Öls. Bevor man mit dem Ölablassen beginnen kann sollte man, um den Garagenboden zu schonen, für evtl. Öl-Spritzer einen saugfähigen Lappen unter das Motorrad legen. Es ist auch möglich Sägespäne unter dem Motorrad auszustreuen. Die saugen besonders gut Flüssigkeiten auf und könne nach dem Ölwechsel problemlos zusammengekehrt werden.
Je nach Motorradtyp müssen jetzt noch störende Verkleidungsteile demontiert werden. Um das herauslaufende Motoröl aufzufangen stellt man unter die Ölablassschraube eine Ölauffangwanne, die es in jedem Fachhandel zu kaufen gibt. Wer sich diese Kosten jedoch sparen möchte, für den tut es auch eine ausgemusterte Schüssel aus Mutter´s Küchenschrank.
Als Erstes sollte man die Öleinfüllschraube herausdrehen, denn wenn oben keine Luft rein kann, läuft unten auch nichts raus...
 
2. Öl ablassen
 
Jetzt wird die Ölablassschraube mit einem Sechskant-Ringschlüssel gelöst und langsam herausgedreht. Damit einem das noch warme Öl nicht versehentlich direkt über die Hand läuft, sollte man für die letzten Umdrehungen einen Lappen benutzen. Damit der Motor komplett leer laufen kann, muß die Ölablassschraube mindestens fünf Minuten geöffnet bleiben.
Die meisten Ölablassschrauben sind mit einem Magnet versehen, den man genau auf Metallspäne untersuchen sollte, da diese auf eventuelle mechanische Schäden an Motor und Getriebe hinweisen können.
 
3. Ölfilter wechseln
 
Zu einem kompletten Ölwechsel gehört natürlich auch das Auswechseln des Ölfilters. Dabei unterscheidet man zwei grundsätzliche Arten.
 
Zum einen sind das die sogenannten Dosenfilter. Bei ihm sitzt der eigentliche Ölfilter bereits in einem eigenen Gehäuse, in Form einer Blechdose.
Zum Lösen des Dosenfiltern verwendet man am besten einen handelsüblichen Ölfilterschlüssel. Der Filter kann nun problemlos vom Motorgehäuse abgedreht werden. Um den neuen Filter einzusetzen, sollte man vorher noch den dazugehörigen Dichtring mit einem dünnen Ölfilm bestreichen. Der Filter wird mit der Hand festgezogen. Nur in dem Fall, wo es vom Hersteller vorgeschrieben wird, zieht man ihn mit einem Drehmomentschlüssel nach.
 
Zum zweiten gibt es die Patronenfilter. Er befindet sich meist an der Stirnseite des Motors in einem Gehäuse, das mit einer Zentralschraube gehalten wird. Wenn die Zentralschraube entfernt wurde, kann man das Filtergehäuse bzw. den Filtergehäuse-Deckel abnehmen und den alten Ölfilter entfernen. Nach dem Reinigen des Gehäuses kann der neue Filter eingesetzt, alle Dichtungen ersetzt und die Zentralschraube mit einem Drehmomentschlüssel angezogen werden.
Jetzt solltet ihr noch evtl. entstandene Ölspritzer vom Motorgehäuse entfernen, um unschöne Fleckenbildung beim Warmlaufen des Motors zu vermeiden.
 
4. Öl einfüllen
 
Nun kann die Ölablassschraube, wenn diese mit einem neuen Dichtring versehen wurde, wieder eingedreht und nach Herstellerangaben festgezogen werden.
Bei der Wahl des einzufüllenden Öls sollte man sich genau an die Herstellervorgaben im Handbuch halten. Nach dem Einfüllen des Öls mit einem geeigneten Trichter wird auch die Einfüllschraube mit einer neuen Dichtung versehen und eine abschließende Ölstandskontrolle mittels Ölmessstab oder Schauglas im Motorgehäuse durchgeführt.
Auch nach der ersten Fahrt sollte man den Ölstand zur Sicherheit nochmals kontrollieren.
 
Das Altöl muß natürlich noch fachgerecht entsorgt werden.
 
Jetzt kann´s wieder auf die Piste gehen und von dem gesparten Geld springt bei der ersten großen Etappe sogar noch ein Mittagessen raus...
 
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